Dienstag, 26. September 2017

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«Die Hitze wird oft unterschätzt»


Feuerwehr und Gartenpfleger raten vom Abbrennen von Unkraut ab – aus unterschiedlichen Gründen

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So präsentierte sich die Liegenschaft Hirzenberg, mit Blick auf das Wohnhaus und die Ökonomiegebäude, als sie im Jahr 2006 mit dem Aargauer Heimatschutzpreis ausgezeichnet wurde. ZVG

Beim Grossbrand auf dem HirzenbergHof in Zofingen vom letzten Donnerstag hat eine Familie ihr Daheim verloren. Das Feuer hat Wohnhaus und Scheune zerstört. Verursacht wurde der Brand offenbar durch Fahrlässigkeit, wie die Kantonspolizei Aargau mitteilt. «Ein Mann aus der Region hat mit einem Gasbrenner hantiert, um Unkraut zu verbrennen», sagt Roland Pfister, Mediensprecher der Kantonspolizei. «Möglicherweise ist die Flamme mit brennbarem Material in Berührung gekommen, wodurch es zum Brand kam.» Der genaue Hergang sei noch nicht definitiv geklärt. «Aber es handelt sich nicht um Brandstiftung», so Pfister weiter. Beim Brand entstand ein Schaden von mehreren 100000 Franken, Personen wurden keine verletzt.

Fahrlässig ausgeführte Gartenarbeiten mit einem Gasbrenner führten am 31. August zum Grossbrand der Liegenschaften am Hirzenberg, bei dem ein Sachschaden in sechsstelliger Höhe entstand.

Unkraut abbrennen: Ja, aber ...
Wer sich über lästiges Unkraut im Garten ärgert und im Internet nach Tipps zur Beseitigung sucht, findet unzählige Ratschläge. Der am häufigsten erwähnte ist das Abbrennen. Dies sei eine der effizientesten Methoden, wird dort geraten. «Das Abflammen eignet sich höchstens auf Wegen und Pflastersteinen, wo die Anwendung von chemischem Unkrautvernichter verboten ist», sagt dazu ein Gartenbauer aus der Region Zofingen. «In der Nähe von Gebäuden sollte man ganz darauf verzichten.» Ein anderer Gartenpfleger findet das Abbrennen nur eine Lösung auf Zeit, «denn das Unkraut schiesst bald wieder hervor. Spätestens nach drei bis vier Wochen.» Statt Verbrennen könne man das Unkraut auch mit heissem Wasser vernichten, rät ein anderer Gartenbauer, gibt aber zu, dass auch das nur eine kurzfristige Lösung darstelle. «Wir jäten an heiklen Orten», sagt ein weiterer Umfrageteilnehmer, «das ist zwar zeit- und kostenintensiv, aber ungefährlich.»

Der Grossbrand in Zofingen ist nicht der einzige, der durch unsachgemässes Vorgehen mit einem Gasbrenner entstanden ist. Erst vor wenigen Wochen brannte eine Liegenschaft im Kanton Fribourg ab, weil jemand Unkraut abbrannte und es dabei zu Funkenflug kam. «Wer mit Feuer hantiert, sollte im Nachhinein immer gründlich wässern, nur so kann verhindert werden, dass es zu Bränden kommt», sagt Peter Ruch, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Zofingen. Wenn nach dem Abbrennen auf der Oberfläche keine Flammen sichtbar seien, heisse das noch lange nicht, dass es im Innern der Erde nicht weiterbrennen können. «Die Hitze wird oft unterschätzt.» Zu oft, wie es sich in letzter Zeit wieder zeigte.

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