Dienstag, 26. September 2017

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LED freut Mensch und Fledermaus


Das AEW rüstet derzeit die 340 Strassenlaternen im Dorf auf LED-Technik um.

BILDER
Cenk Sari (l.) und Pascal Käppeli beim Einsatz am Wiggerweg in Strengelbach. Die LED-Lampen haben sie im Werkhof bereits für die Montage vorbereitet. CKI

«Wir kommen gut voran», sagt Daniel Fischer (29), Netzelektriker beim AEW Regional-Center in Lenzburg. Gemeinsam mit den beiden Lehrlingen Pascal Käppeli (17) und Cenk Sari (20) rüstet er heute die Strassenlaternen in Strengelbach um. Das Team demontiert die alten Quecksilberdampflampen und schliesst neue LEDLampen an. Vierzig Armaturen will das Trio heute schaffen. «Vorher gehen wir nicht heim», sagen die beiden Lehrlinge.

Strengelbach ist die dritte Gemeinde, welche die Gruppe umrüstet. Die Erneuerung der Strassenlaternen ist derzeit in vielen Schweizer Dörfern und Städten ein Thema: Die alten Quecksilberdampflampen, die vielerorts für Licht sorgen, sind seit April 2015 nicht mehr zugelassen und werden auch nicht länger hergestellt. Sie sind ineffizient und verbrauchen viel Strom. «Eine Lampe braucht über 80 Watt Leistung», sagt Daniel Fischer.

Die Quecksilberdampflampen wirken sich zudem negativ auf die Umwelt aus: Sie erhellen nicht nur die Strasse, sondern auch den Himmel darüber. «Der helle Schein, der nachts über stark bewohnten Gebieten liegt, wird grösstenteils durch diese Lampen produziert», sagt Fischer. Die Quecksilberdampflampen tragen somit viel zur Lichtverschmutzung bei. Diese hat vor allem für nachtaktive Tiere Folgen: Insekten, Vögel oder Fledermäuse werden vom Lichtschein angezogen, da das Quecksilberlicht UV-Strahlung enthält. Die Tiere werden in ihrem Biorhythmus gestört – genauso wie auch der Mensch. So soll die Lichtverschmutzung etwa für Schlafstörungen verantwortlich sein. Die LED-Leuchten sollen diesem Problem vorbeugen: Ihr Lichtstrahl ist zwar heller – LED sei etwa daran erkennbar, dass es stärker blende, wenn man hinaufsehe, so Fischer – jedoch auch konzentrierter. Das Licht lässt sich beliebig ausrichten.

Licht nachts dimmbar
Vielerorts sind neben Quecksilberauch noch Natriumdampflampen im Betrieb. Sie verströmen das typisch orange Licht. Natriumlampen sind zwar in Sachen Stromverbrauch ähnlich effizient wie LED, lassen sich jedoch weniger gut steuern und dimmen: «Die Helligkeit lässt sich bei jeder LED-Lampe individuell regeln», sagt Fischer. So sei es möglich, sie die ganze Nacht leuchten zu lassen: Zu später Stunde werde einfach die Lichtintensität um bis zu 50 Prozent gedimmt – abhängig davon, ob es sich dabei um eine Hauptstrasse oder einen Quartierweg handle.

Cenk Sari und Pascal Käppeli arbeiten derweil im Schnellzugtempo weiter: Käppeli öffnet unten in der Laternenstange eine Art Sicherungskasten, entfernt dort das Kabel zur alten Lampe. Sari fährt mit der Hebebühne die fünf Meter hoch zur Lampe und demontiert sie mit ein paar schnellen Handgriffen. «Wir treffen dabei häufig auf Wespennester», sagt er, und zeigt auf ein Wabengebilde neben dem Kabelanschluss der Lampe. Es ist glücklicherweise leer. «Wir haben aber immer einen Spray gegen Insektenstiche dabei», sagt er und seilt die alte Lampe an ihrem Kabel vorsichtig Richtung Boden herab, wo sie sein Kollege entgegennimmt. Dann nimmt Sari die neue LED- Lampe, die das Trio zuvor im Werkhof bereits für den Anschluss vorbereitet hat. Er schiebt deren Kabel durch die hohle Laternenstange hindurch nach unten, wo sie Pascal Käppeli entgegennimmt und im Sicherungskasten anschliesst. Dann schraubt Cenk Sari die Lampe auf der Stange fest. Mit der Hebebühne geht es wieder hinunter. Die drei packen ihr Werkzeug zusammen und fahren entlang dem Wiggerweg weiter zur nächsten Laterne. Seit August sind sie in Strengelbach schon mit der Umrüstung beschäftigt. 260 von insgesamt 340 Lampen haben sie bereits fertig montiert. Daniel Fischer, der die Lehrlinge während der Arbeit beaufsichtigt und mit Tipps unterstützt, rechnet damit, dass die Arbeit an den restlichen Lampen noch ungefähr 14 Arbeitstage in Anspruch nehmen wird. «Es macht Freude, wie motiviert unsere Lehrlinge vorwärtsmachen», sagt er.

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